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veröffentlicht 04.03.00
In Plunge mangelt es an allem
                                - Unterricht in kalten Schulen
Situationsbericht: Zustände in Plunge für uns kaum vorstellbar.
Bevölkerung verspricht sich nicht viel von Kommunalwahlen.
Nächster Hilfstransport ist in Vorbereitung.
 
Am vergangenen Wochenende (27.2.00) kehrten Peter und Ulla Amsler aus Litauen zurück, wo sie für den Verein "Hilfe für Plunge" die Mendener Partnerstadt besuchten. Das Ehepaar berichtet:
„Die fast drei Wochen Aufenthalt in unserer "zweiten Heimat" reichten nicht aus, allen Einladungen und Kontaktwünschen nachzukommen. Wichtig war für uns, die Schulen auf den umliegenden Dörfern zu besuchen, die bereits Unterstützung von „Hilfe für Plunge" erhalten haben. Sie alle wollten sich persönlich dafür bedanken.
Diese kleinen Schulen (bis 300 Schüler) mit den Jahrgangsstufen eins bis zehn und teilweise mit Wohnheimen liegen weitab vom Stadtzentrum und machen einen vergessenen Eindruck in den trostlosen Dörfern. Alle müssen Energiekosten sparen, denn Zuschüsse gibt es in diesem Jahr nicht.
Die Räume waren kalt, und wir haben uns oft gefragt, wie Schüler und Lehrer bei diesen Temperaturen lernen und arbeiten können - draußen war Eis und Schnee! Die Lehrer, die schon nicht viel verdienen, bekommen in diesem Schuljahr noch ca. 15 Prozent weniger an Gehalt.
Lehr- und Lernmaterialien, sind alle veraltet und nur sehr gering vorhanden. Die Schulräume werden teilweise von Lehrern und einigen engagierten Eltern mit Holz aus den um liegenden Wäldern renoviert - Arbeitsbedingungen, die in unseren Schulen nicht vorstellbar sind!
Die Schule in Narvaisiai:
von außen trist und
innen eigentlich zu kalt für Unterricht

Die meisten Schüler in den Dorfschulen kommen aus sozialschwachen Familien. Die Eltern sind ohne Arbeit, mit wenig Land, oft Alkoholiker. Die Lehrer erzählten uns, dass diese Schüler, die während der Unterrichtszeit im Schulheim leben, an den Wochenenden nicht nach Hause fahren wollen.
Damit ihre kleineren Geschwister zu Hause etwas zu essen haben, nehmen sie oft Brotreste aus der Schule mit und sind jedes Mal glücklich, wenn sie am Montagmorgen zurückkehren können. Zwischen 50 und 80 Prozent der Schüler bekommen kostenlos Essen in den Schulen auf den Dörfern, da das Einkommen der Eltern unter dem Sozialsatz liegt.

Die Schulleiter haben nicht geklagt, aber wir sahen an ihren feuchten Augen, wie schwer es ihnen fiel, mit uns über die Situation in ihren Schulen zu sprechen. Trotz aller Armut war es jedes Mal ein kleines Fest in den Schulen, wenn wir ankamen - schön gedeckte Tische, Lieder und Tänze und ab und zu auch auf deutsch „guten Tag" und „danke".

  Das Beste aus ihrer Situation machen die Schulen.

Die Kinder machen
wenigstens einen
fröhlichen Eindruck.

In Plunge selbst beobachteten wir eine Mischung aus Optimismus und Niedergeschlagen-heit. Die öffentlichen Einrichtungen beginnen, ihre desolaten Fenster, die soviel Energie vergeuden, gegen neue Kunststoff-Fenster auszutauschen. Das Lebensmittelangebot ist reichlich, andere Konsumgüter dagegen ausreichend bis dürftig.
Die meisten der Plunger Einwohner sind auch finanziell gar nicht in der Lage große Einkäufe zu tätigen. Das monatliche Einkommen reicht gerade für das tägliche bescheidene Leben. Rentner, Kranke und Arbeitslose liegen bereits unter dem Existenzminimum.

Am 19. März (2000) sind in Litauen Kommunalwahlen. Alle Plunger, die wir getroffen haben, sind sehr skeptisch hinsichtlich eine Verbesserung ihrer Lebenssituation. Die nächste Aktion des Vereins ist bereits am 8. März. Dann wird ein Plunger 40-t-Lkw mit Schulmöbeln für zwei Schulen beladen.

Der Verein "Hilfe für Plunge" bittet um folgende gute gebrauchte Geräte, Wäsche, Hygieneartikel und Renovierungsmaterial für Schulen und andere Einrichtungen in Stadt und Kreis Plunge: Waschmaschinen, Kühlschränke, Bettwäsche und Handtücher, Geschirr und Besteck, Farben, Tapeten und Bodenbelag, Waschpulver und Seife, eine Benzin-Kettensäge.

 
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