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veröffentlicht 13.04.00
Lehrerin aus Litauen hospitiert im Lahrfeld 
Unterschiede wie Tag und Nacht: "lm Sommer werden wir die Klassenzimmer streichen - und die Farbe dafür kaufen wir selbst!"   
Gehalt, selbstverständlich im vierstelligen Bereich, Osterferien, Sommerferien, Herbst-ferien, ein gut beheiztes Klassenzimmer in der Albert-Schweitzer-Grundschule im Lahrfeld, bunt behängt mit Bilder und Zeitungsausschnitten - was für uns selbstverständlich ist, darüber kann Regina Jonikiene momentan nur den Kopf schütteln.

Sie ist Lehrerin an einer kleinen Dorfschule in Kulinai/Litauen. Für eine Woche hospitiert sie derzeit in der Grundschule im Lahrfeld. Zuhören und Sprachkenntnisse verbessern - das hat sich die Lehrerin für Russisch und Deutsch auf die Fahne geschrieben, als sie vergangenen Donnerstag nach Deutschland kam.

Regina Jonikiene (vorn)
hospitiert in der Klasse 4c von Judith Stanko an der Albert-Schweitzer-Schule Lahrfeld
 

Der Kontakt kam über den Verein "Hilfe für Plunge" zustande. "Zu St. Martin haben wir hier Spielzeug gesammelt und nach einem geeigneten Verwendungszweck gesucht. Dabei stießen wir auf Ulla Amsler und den Verein.
Frau Amsler hat das Spielzeug mitgenommen und den Kontakt zu der Schule in Litauen hergestellt", erläutert Klassenlehrerin Judith Stanko im Gespräch.
Regina Jonikiene wohnt bei Amslers. Menden sei eine schöne Stadt, sagt sie. Überhaupt sei Deutschland ein sehr schönes Land. Ausflüge helfen ihr, Land und Leute kennen zu lernen.

"Wir sind eine sehr arme Schule. Es ist ein Unterschied wie Tag und Nacht. Es gibt bei uns kein Geld, niemand hat Geld. Wir haben kein Fax, keine Computer. Im Sommer streichen wir als Lehrer die Klassenzimmer - und die Farbe kaufen wir auch noch selbst", schildert die Litauerin Zustände, die man sich kaum vorstellen kann.

Im kommenden Jahr streiche die Regierung die finanzielle Unterstützung für die Schul-bücher. Dann müssen die Familien selbst dafür aufkommen, bei mehreren schulpflichtigen Kindern sei das schwer.

"Lehrer verdienen in Litauen wenig", sagt sie, gemessen an deutschen Standards. 500 Mark bekäme sie monatlich bei 33 Wochenstunden. Urlaub? Nein, Urlaub hätte sie nicht. Ihr Mann sei Fahrer, da hätte die Familie keine Möglichkeit, Urlaub zu machen: "Trotzdem geht es unserer Familie noch gut. Wir sind satt. Aber viele unserer Schulkinder kommen aus sozial schwachen Familien und kriegen ihr Essen in der Schule. Es fehlt an allem: Hefte, Schultaschen, Füller, Kopierpapier...."

Unterrichtet wird derzeit bei einer Raumtemperatur von rund acht Grad, weil nicht geheizt wird: "Wir ziehen uns an wie die Zwiebeln! Und warten auf die Wärme..." Trotzdem gehe es den Litauern noch besser als den Russen. Dort seien die Verhältnisse schlimmer.

Am Freitag macht sie sich wieder auf den Heimweg. In der Hoffnung, mit ihrer Bitte um ein klein wenig Hilfe in Menden nicht auf taube Ohren zu stoßen ...
 
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