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veröffentlicht: 18.03.05
"Hilfe für Plunge" erneut auf Tour
40. (letzter) Hilfstransport trotzte eisiger Kälte - Belebung des Kulturaustausches - Litauische Freunde freuen sich auf die "Mendener Tage" - Fotoausstellung
Nichts ging mehr: Der Hilfs-LKW aus Menden musste von der Wehr freigeschleppt werden.


Bei minus 20° luden 3 Mitglieder des Partnerschaftsvereins "Hilfe für Plunge / Litauen e.V." Ulla und Peter Amsler, sowie Winfried Walter die mitgebrachten Hilfsgüter aus dem 40t-LKw an der Rampe des Plunger Krankenhauses aus. In Menden wurden vorher diese benötigten Sachen bis in den späten Abend und ebenso bei großer Kälte mit Helfern in der Blücher-Kaserne, Hemer eingeladen. Die Vertreter der einzelnen sozialen Institutionen beluden direkt ihre zugedachten Möbel, Haushaltsgeräte, Schulmöbel usw. in ihre bereitstehenden Transportfahrzeuge. Innerhalb von 2 Stunden war der 40t-LKw leer. Die vielen Helfer hatten sich warm gearbeitet und ein Gläschen "Samagonas" (im Dorf gebrannter Kornschnaps), der mit ein Stückchen frischer Zitrone getrunken wurde, wärmte von innen und sollte vor einer Erkältung schützen!?

Die weiteren Aufenthaltstage waren weiterhin eisig und brachten wiederholt Schneeschauer. Die Plunger sind an lange kalte Winter mit viel Schnee gewöhnt. Viele Straßen waren nicht geräumt und glatt, besonders die zu den umliegenden Dörfern. Die Bewohner dort ließen ihre Autos an der Hauptstraße stehen, um dann zu Fuß zu ihren Häusern zu gelangen. Darüber regt sich niemand auf! Die Plunger Freunde und Bekannte sprachen mit großer Hochachtung und Dankbarkeit, dass die 3 Besucher so große Strapazen auf sich genommen hatten, um in dieser kalten Zeit nach Plunge zu kommen.

Der 40. Transport mit Hilfsgütern war nur EIN Grund in die litauische Partnerstadt zu fahren. Desweiteren wurde das detaillierte Programm für die "Mendener Tage" aufgestellt. Dabei konnten die noch offenen Fragen der Plunger Stadtverwaltung im Beisein des Bürgermeisters Peculis geklärt werden. Das gemeinsame EU- Projekt von "Hilfe für Plunge" und seines Plunger Partnerschaftsvereins "Deutsches Kulturzentrum" wird im August in Plunge mit der Unterstützung der Mendener und Plunger Stadtverwaltung durchgeführt. 14 Vereinsmitglieder sowie Vertreter aus der Mendener Stadtverwaltung werden eine Woche lang über viele unterschiedliche Bereiche in Menden informieren. Geplant sind Treffen, Diskussionen und Veranstaltungen mit politischen, sozialen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Themen. Bürgermeister Rudi Düppe wird u.a. eine Fotoausstellung von dem verstorbenen Fotografen Uli Brockfeld im Schloß Oginskis eröffnen. Schon jetzt wurde versichert, dass die "Mendener Tage" ein großes Ereignis in der Stadt sein werden, dem alle in Erwartung und Freude entgegensehen und dass die partnerschaftlichen Beziehungen zwischen Menden und Plunge durch sie gefördert und gestärkt werden.

Das Sozialzentrum für geistig Behinderte erhielt Webstühle aus Schweden
Winfried Walter (m) von "Hilfe für Plunge" mit lit. Freunden unterwegs zum Eisangeln

Die Planungen für ein weiteres großes Projekt "Leben und Wohnen im 3.Jahrtausend - Visionen von Jugendlichen und Senioren", das im letzten Jahr in Menden durchgeführt wurde und in diesem Jahr in Angela Amecke-Mönighoffs rumänischer Heimat Moeciu sein wird, ist nun abgeschlossen. Die Flugtickets nach Bukarest für 5 Plunger Senioren aus dem Seniorenverein "Pilnatis" und 5 Schüler aus dem "Saule"- Gymnasium konnten mit finanzieller Unterstützung Mendener Sponsoren und von "Hilfe für Plunge" gekauft werden. Die teilnehmenden Plunger freuen sich sehr, im August wieder mit den teilnehmenden Mendenern und den rumänischen gastgebenden Senioren und Jugendlichen zusammen zu sein und das Projekt in Moeciu zu erarbeiten.

Im Juni fahren 6 Mendener Gastgeber, die immer wieder Gäste aus Plunge aufnehmen, mit 5 Wanderern aus 2 Mendener SGV-Abteilungen zu einer Wanderwoche in den Zematija Nationalpark, der im Plunger Gebiet liegt. Der Plunger Wanderclub "Terra Inkognita", einige seiner Mitglieder beteiligten sich am großen SGV-Jubiläumsfest im letzten Sommer in Menden, plant unterschiedliche lange Wanderungen in diesem Naturschutzgebiet mit seiner seltenen Pflanzen- und Tierwelt.

Wie immer kamen auch dieses Mal wieder Hilfesuchende zu den Vereinsvertretern von "Hilfe für Plunge". Einzelne Personen sowie Vertreter von sozialen Vereinen baten um unterschiedliche Unterstützung, sprachen über ihre schwierige Situation, die für die deutschen Zuhörer oft unvorstellbar waren! Ein Gitarrenkonzert mit Studenten der Musikhochschule Klaipeda im "Deutschen Kulturzentrum" war ein willkommende musikalische Abwechslung.

Der Rektor des Saule-Gymnasiums
beim Musizieren mit einem Schüler.

Ulla Amsler zeichnet eine Deutschschülerin der Mittelschule in Alsedziai aus.

In diesem Jahr stand auch ein Besuch des alljährlichen, am 1.Wochende im März stattfindende "Kasimir"-Marktes in Vilnius auf dem Programm. Zu Ehren des hl. Kasimir, Schutzpatron der Stadt Vilnius, ist die gesamte Innenstadt von Vilnius ein einziger Markt. Aus ganz Litauen werden die Waren angeboten: Leinen, Bernstein, Strickwaren, Holz, Trockenblumen Bilder usw. - mal hochwertiges Kunstgewerbe, mal schreiender Kitsch! Professionelle- und Hobbykünstler, fliegende Händler, alte Frauen, die mit ihren paar Handarbeiten und alte Männer mit ihren Holzarbeiten ihre kärgliche Rente aufbessern wollen. An jeder Ecke stehen alte und junge Musiker, die mit klassischer oder volkstümlicher Musik, ihren Lebensunterhalt verdienen.

Bei eiskaltem Wind, der zu Schneeverwehungen auf den Straßen führte, fuhren Winfried Walter, Ulla und Peter Amsler nach einer letzten Tasse Kaffee mit einem erwärmenden "Konjakas" von vielen Plunger Freunden verabschiedet, zur Fähre im litauischen Hafen Klaipeda. Nach einer sehr stürmischen 21 Stunden Überfahrt bis Kiel, freuten sich die Litauenfahrer wieder festen Boden unter den Füßen zu haben und gesund in Menden anzukommen!

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